Viele Patienten in unserer Hausarztpraxis Dr. Gianina Jungmann in Buchholz in der Nordheide sind überrascht, wenn wir trotz eines vermeintlich perfekten unteren Wertes zur Vorsicht raten. Die Medizin hat erkannt: Je älter wir werden, desto unwichtiger wird die untere Zahl. Ihr Herz-Kreislauf-Risiko hängt jetzt fast ausschließlich am oberen Wert.
Warum das so ist und warum steifere Gefäße die Spielregeln bei Bluthochdruck ändern, erklären wir Ihnen hier.
Was sich ab 60 verändert und was der Pulsdruck verrät
Bei jüngeren Menschen steigen und fallen der obere (systolische) und der untere (diastolische) Wert oft gemeinsam. Ab 60 passiert jedoch häufig etwas anderes. Der obere Wert steigt, während der untere Wert gleich bleibt oder sogar sinkt.
Die Spanne zwischen diesen beiden Werten nennt man Pulsdruck. Ein Beispiel macht dies deutlich. Ein Blutdruck von 160 zu 70 klingt für den Laien oft harmlos, da der untere Wert ja wunderbar niedrig erscheint. Die Realität sieht jedoch anders aus. Die Differenz beträgt hier 90 mmHg. Ein solch hoher Pulsdruck ist ein Zeichen dafür, dass die Gefäße den Druck des Herzschlags nicht mehr elastisch abfedern können. Das Herz muss quasi gegen eine Wand pumpen.
Deshalb gilt für Sie ab sofort, dass Ihr Hauptaugenmerk dem oberen Wert gehört. Er ist ab 60 der wichtigste Indikator für Ihr Herz-Kreislauf-Risiko.
Wie wir Sie bei Bluthochdruck in Buchholz unterstützen
Ein einzelner Wert ist immer nur eine Momentaufnahme. Um Ihr Risiko wirklich einzuschätzen, nutzen wir als Ihre Hausarztpraxis moderne Diagnostik. Viele Patienten sorgen sich um die Kosten, doch die wesentlichen Untersuchungen zur Abklärung von Bluthochdruck werden von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.
Die 24-Stunden-Blutdruckmessung
Das ist unser wichtigstes Werkzeug. Sie bekommen ein kleines Gerät mit nach Hause, das automatisch alle 15 bis 30 Minuten misst, auch während Sie schlafen. Wir erkennen damit den sogenannten Morning Surge. Das ist ein gefährlicher Blutdruckanstieg in den frühen Morgenstunden. Bei medizinischer Notwendigkeit wie dem Verdacht auf Hypertonie oder unklaren Schwankungen ist dies eine volle Kassenleistung. Wir rechnen dies direkt über Ihre Versichertenkarte ab.
Der Gefäß- und Organ-Check
Hoher Blutdruck tut nicht weh, aber er hinterlässt Spuren. Wir prüfen über Urin- und Blutproben, ob der Druck bereits die feinen Filterkörperchen der Nieren belastet. Zudem zeigt uns ein EKG, ob der Herzmuskel sich durch die Pumparbeit bereits verdickt hat. Diese Untersuchungen sind bei dem Verdacht auf einen Bluthochdruck oder bereits bestehendem Bluthochdruck Kasenleistungen.
Der Medikamenten-Check
Es ist entscheidend, ob Sie Ihre Tabletten morgens oder abends nehmen. Studien zeigen, dass der Einnahmezeitpunkt sehr wichtig sein kann. Wenn wir in der Langzeitmessung sehen, dass Ihr Druck nachts nicht wie zur Erholung vorgesehen absinkt, kann eine Umstellung der Einnahme auf den Abend oft Wunder wirken. Diese ausführliche Beratung und Anpassung Ihres Medikationsplans ist Teil der hausärztlichen Grundversorgung und für Sie kostenfrei.
Was Sie selbst über den Lebensstil tun können
Sie sind Ihren Werten nicht hilflos ausgeliefert. Gerade ab 60 reagiert der Körper dankbar auf sanfte Anpassungen.
Bewegung macht die Gefäße weich
Stellen Sie sich Ihre Gefäße wie einen Gartenschlauch vor. Wenn er lange liegt, wird er spröde. Wenn Wasser durchfließt und er bewegt wird, bleibt er geschmeidig. Täglich 20 bis 30 Minuten zügiges Gehen sorgt dafür, dass der Körper Stickstoffmonoxid ausschüttet. Dieser Stoff macht die Adern weit und elastisch. Achten Sie darauf, so schnell zu gehen, dass Sie noch sprechen können, aber leicht außer Atem kommen – ideal für einen Spaziergang in der Nordheide.
Weniger Salz sowie mehr Kalium und Magnesium
Im Alter reagieren wir empfindlicher auf Salz. Oft reicht es schon, auf Fertiggerichte, Wurst und salziges Brot zu verzichten, um den oberen Wert um einige Punkte zu senken. Ein oft unterschätzter Helfer ist zudem Magnesium. Es entspannt nicht nur die Wadenmuskeln, sondern auch die feinen Muskeln in den Gefäßwänden. Sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gerne, ob magnesiumreiche Lebensmittel wie Nüsse und Haferflocken reichen oder ein hochwertiges Präparat sinnvoll ist.
Der Morgen-Trick mit dem Wasserglas
Da das Blut über Nacht durch das Schwitzen dicker wird, muss das Herz morgens schwerer pumpen. Trinken Sie daher direkt nach dem Aufwachen noch an der Bettkante ein großes Glas Wasser. Das verdünnt das Blut sanft und kann den morgendlichen Blutdruckanstieg abmildern.
Antworten auf Ihre häufigsten Fragen (FAQ)
Ich fühle mich fit und habe keine Beschwerden. Kann mein Blutdruck trotzdem zu hoch sein?
Ja, das ist leider das Tückische. Bluthochdruck tut nicht weh. Viele Menschen über 60 fühlen sich vollkommen gesund, obwohl ihre Gefäße bereits unter dem hohen Druck leiden. Erst wenn Schäden an Organen auftreten oder ein Ereignis wie ein Schlaganfall eintritt, bemerkt man es. Regelmäßiges Messen ist daher die einzige Lebensversicherung.
Warum schwankt mein oberer Wert so stark?
Eine gewisse Schwankung bei Aufregung oder Anstrengung ist normal. Im Alter werden die Gefäße jedoch steifer, wodurch sie Druckschwankungen schlechter abpuffern können. Starke Sprünge sind ein Risiko für das Gehirn. Wenn Sie dies beobachten, ist eine 24-Stunden-Messung wichtig, um zu sehen, ob es nur Ausreißer sind oder ein dauerhaftes Problem besteht.
Mein Gerät zu Hause zeigt niedrigere Werte als bei Ihnen in der Praxis. Was stimmt?
Oft stimmen beide Werte. Viele Patienten haben in der Praxis den sogenannten Weißkittel-Effekt, da unbewusste Aufregung den Druck steigen lässt. Deshalb sind Ihre Messungen zu Hause in Ruhe extrem wichtig für uns. Bringen Sie Ihr Gerät gerne einmal mit. Wir prüfen dann durch eine Vergleichsmessung, ob es genau misst.
Darf ich die Tabletten weglassen, wenn die Werte wieder gut sind?
Bitte tun Sie das keinesfalls eigenmächtig. Dass die Werte gut sind, ist der Beweis, dass die Medikamente wirken und nicht, dass die Krankheit geheilt ist. Setzen Sie die Mittel ab, steigt der Druck meist wieder gefährlich an. Sprechen Sie mit uns in der Sprechstunde, wenn Sie Dosen verringern möchten. Wir begleiten das kontrolliert.
Wann ist die gefährlichste Zeit für meinen Blutdruck?
Wie im Artikel erwähnt sind dies die frühen Morgenstunden. Zwischen 6 und 9 Uhr steigt der Druck physiologisch an, um den Körper zu wecken. Bei steifen Gefäßen kann dieser Anstieg zu steil ausfallen. Messen Sie daher unbedingt auch morgens vor der Tabletteneinnahme und vor dem Frühstück.
Lassen Sie uns gemeinsam auf die richtige Zahl schauen
Haben Sie ein Blutdruckmessgerät zu Hause? Wenn Sie bemerken, dass Ihr oberer Wert häufiger über 135 mmHg liegt oder die Schere zwischen oben und unten weit auseinandergeht, kommen Sie zu uns.
Wir stellen Sie optimal ein. Mit Augenmaß, modernen Medikamenten wenn nötig und Tipps für Ihren Alltag. Damit Sie Ihr Leben in Buchholz und der Nordheide aktiv und sicher genießen können.
Ihr Praxisteam Dr. Gianina Jungmann
Herzgesundheit in jedem Alter – Ihr Hausarzt in Buchholz.
