Liebe Patientin, lieber Patient,
vielleicht haben wir gerade in der Sprechstunde über Ihre Cholesterinwerte gesprochen. Vielleicht halten Sie den Laborbefund in der Hand und fragen sich, was das jetzt für Sie bedeutet. Und ob Sie Medikamente brauchen.
Die gute Nachricht vorweg. In den allermeisten Fällen können Sie mit Ihrer Ernährung mehr bewirken, als Sie vielleicht denken. Studien zeigen, dass eine gezielte Ernährungsumstellung den schädlichen LDL-Cholesterinspiegel um 17 bis 35 Prozent senken kann. Das ist vergleichbar mit der Wirkung eines niedrig dosierten Cholesterinsenkers. Ganz ohne Nebenwirkungen, ganz ohne Rezept.
Dieser Artikel unserer Hausarztpraxis in Buchholz in der Nordheide ist dafür gedacht, dass Sie das Gespräch mit Dr. Jungmann in Ruhe nachlesen können. Nehmen Sie sich die Zeit. Es geht nicht darum, alles auf einmal umzustellen. Es geht darum zu verstehen, welche Stellschrauben es gibt und warum sich jede einzelne lohnt.
Warum wir über LDL-Cholesterin sprechen
Cholesterin ist zunächst nichts Schlechtes. Ihr Körper braucht es für den Aufbau von Zellmembranen, für die Hormonproduktion und für die Verdauung. Das Problem beginnt, wenn zu viel sogenanntes LDL-Cholesterin im Blut zirkuliert. LDL steht für „Low Density Lipoprotein“ und ist vereinfacht gesagt das Transportvehikel, das Cholesterin von der Leber in die Blutgefäße bringt.
Wenn davon zu viel unterwegs ist, lagert es sich in den Gefäßwänden ab. Über Jahre und Jahrzehnte entstehen daraus Ablagerungen, die sogenannte Arteriosklerose. Diese Ablagerungen verengen die Gefäße und können im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.
Aber, und das ist entscheidend, dieser Prozess ist kein Schicksal. Er lässt sich aufhalten und teilweise sogar umkehren. Der wichtigste Hebel dafür ist Ihre Ernährung.
Es geht nicht nur um ein längeres Leben – sondern um ein gesundes
Viele Menschen denken bei gesunder Ernährung daran, vielleicht ein paar Jahre länger zu leben. Aber darum geht es eigentlich nicht. Oder zumindest nicht in erster Linie.
Die viel wichtigere Frage ist eine andere. Wie verbringen Sie die letzten 10, 15, 20 Jahre Ihres Lebens?
Die Medizin unterscheidet heute zwischen der Lebensspanne und der sogenannten Gesundheitsspanne. Damit sind die Jahre gemeint, in denen Sie weitgehend selbstständig, aktiv und schmerzfrei leben. In Deutschland liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei etwa 80 Jahren. Aber die letzten 10 bis 15 Jahre verbringen viele Menschen mit chronischen Erkrankungen. Herzschwäche, Diabetes, Nierenprobleme, Demenz, eingeschränkte Mobilität.
Große Langzeitstudien mit über 100.000 Teilnehmern zeigen, dass Menschen, die sich mediterran ernähren, nicht nur etwas länger leben. Sie verbringen vor allem deutlich weniger Jahre mit schweren Krankheiten. Das Risiko für Herzinfarkt sinkt um 30 Prozent, für Schlaganfall um 25 Prozent, für Typ-2-Diabetes um bis zu 40 Prozent.
Stellen Sie sich zwei 70-Jährige vor. Beide werden 85. Der eine hat seit 20 Jahren Blutdruckmedikamente, seit 15 Jahren Diabetes, seit 10 Jahren Herzprobleme und kann seit fünf Jahren kaum noch spazieren gehen. Die andere hat ein paar Wehwehchen, geht aber noch wandern, spielt mit den Enkeln und genießt das Leben. Der Unterschied liegt oft nicht in den Genen, sondern in dem, was über Jahrzehnte auf dem Teller lag.
Es geht also nicht darum, Ihnen Angst zu machen. Sondern darum, Ihnen eine realistische Perspektive zu geben. Jedes Jahr mit guter Ernährung ist eine Investition in Ihre Gesundheit im Alter. Und diese Investition beginnt nicht irgendwann. Sie beginnt mit der nächsten Mahlzeit.
Warum Ernährung vor Medikamenten kommt
Alle großen kardiologischen Fachgesellschaften sind sich einig. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie, die American Heart Association und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie empfehlen, vor einer medikamentösen Behandlung immer zuerst die Ernährung zu optimieren.
Dafür gibt es gute Gründe.
Eine Ernährungsumstellung wirkt ganzheitlich. Ein Cholesterinsenker wie ein Statin senkt den LDL-Wert. Nicht mehr, nicht weniger. Eine gute Ernährung senkt zusätzlich den Blutdruck, die Entzündungswerte, den Blutzucker und das Körpergewicht. Das kann kein einzelnes Medikament leisten.
Außerdem gibt es keine Nebenwirkungen. Medikamente können Muskelschmerzen, Verdauungsprobleme oder andere Beschwerden verursachen. Olivenöl und Walnüsse tun das nicht.
Die Wirkung ist nachhaltig. Wer seine Ernährung dauerhaft umstellt, schützt seine Gefäße ein Leben lang. Medikamente wirken nur, solange man sie nimmt.
Und nicht zuletzt behalten Sie die Kontrolle. Ihre Gesundheit hängt nicht von einer Tablette ab, sondern von Ihren eigenen Entscheidungen. Das ist ein machtvolles Gefühl, und eines, das wir Ihnen in unserer Praxis gerne mitgeben.
Natürlich gibt es Situationen, in denen Medikamente notwendig und sinnvoll sind. Etwa bei genetisch bedingtem hohem Cholesterin oder nach einem Herzinfarkt. Aber für die große Mehrheit unserer Patientinnen und Patienten in Buchholz und der Nordheide gilt, dass die Ernährung das Mittel der ersten Wahl ist.
Fünf Lebensmittelgruppen, die Ihr LDL-Cholesterin senken
Die Forschung hat fünf Lebensmittelgruppen identifiziert, die das LDL-Cholesterin nachweislich senken. Jede einzelne bringt einen messbaren Effekt. In Kombination verstärken sie sich gegenseitig und können eine LDL-Senkung von 17 bis 35 Prozent erreichen.
1. Lösliche Ballaststoffe sind Ihr wichtigster Verbündeter
Lösliche Ballaststoffe bilden im Darm eine Art Gel, das Cholesterin und Gallensäuren bindet und aus dem Körper transportiert. Die Leber muss daraufhin neues Cholesterin aus dem Blut holen, und Ihr LDL-Spiegel sinkt. Das klingt simpel, funktioniert aber bemerkenswert gut.
Haferflocken sind die einfachste und günstigste Möglichkeit. Eine Portion von 40 bis 60 Gramm täglich, ob als Porridge, im Müsli oder im Smoothie, liefert etwa 3 Gramm Beta-Glucan und senkt das LDL um 5 bis 7 Prozent. Das klingt auf den ersten Blick nicht nach viel, summiert sich in Kombination mit den anderen Maßnahmen aber erheblich. Weitere gute Quellen sind Flohsamenschalen, die Sie im Reformhaus oder in der Drogerie bekommen, außerdem Äpfel, Birnen, Auberginen und Gerste. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich. Die meisten Deutschen erreichen diesen Wert leider nicht.
2. Nüsse gehören ab jetzt in Ihren Alltag
30 Gramm Nüsse pro Tag, etwa eine Handvoll, senken das LDL um 3 bis 7 Prozent. Das ist in großen Studien mit über 8.000 Teilnehmern belegt. Besonders wirksam sind Walnüsse, Mandeln und Pistazien. Achten Sie darauf, ungesalzene und ungeröstete Varianten zu wählen. Sie eignen sich wunderbar als Snack zwischendurch, im Salat oder zum Frühstück. Falls Sie sich Sorgen machen, davon zuzunehmen, können wir Sie beruhigen. Studien zeigen, dass moderate Nussesser sogar tendenziell schlanker sind.
3. Hülsenfrüchte sind der unterschätzte Allrounder
Linsen, Kichererbsen, Bohnen und Erbsen liefern lösliche Ballaststoffe und pflanzliches Protein und senken das LDL um etwa 5 Prozent. Schon eine Portion pro Tag von etwa 130 Gramm reicht für einen messbaren Effekt. Praktisch ist, dass sich Hülsenfrüchte wirklich einfach in den Alltag einbauen lassen. Eine Linsensuppe, ein Kichererbsen-Salat, ein Bohneneintopf oder etwas Hummus aufs Brot. Und sie machen angenehm satt.
4. Der Tausch der Öle ist der wirkungsvollste Einzelschritt
Wenn Sie nur eine einzige Änderung vornehmen wollen, dann diese. Ersetzen Sie Butter, Schmalz und Kokosöl durch Olivenöl und Rapsöl. Allein dieser Tausch kann Ihr LDL um 8 bis 15 Prozent senken.
Der Grund ist einfach. Butter enthält über 50 Prozent gesättigte Fettsäuren, die Ihre Leber dazu bringen, weniger LDL aus dem Blut aufzunehmen. Olivenöl hingegen besteht überwiegend aus einfach ungesättigten Fettsäuren, die den gegenteiligen Effekt haben. Zusätzlich enthält gutes Olivenöl Polyphenole. Das sind natürliche Schutzstoffe, die das LDL vor schädlicher Oxidation bewahren.
Rapsöl ist eine hervorragende und preiswerte Alternative mit einem besonders günstigen Fettsäureprofil. Zum Braten eignet sich raffiniertes Olivenöl oder Rapsöl, für Salate und kalte Gerichte nehmen Sie am besten kaltgepresstes Olivenöl.
5. Sojaprodukte als zusätzlicher Baustein
Sojaprotein senkt das LDL um weitere 3 bis 4 Prozent. Für sich genommen ist das ein bescheidener Effekt, in Kombination mit den anderen Maßnahmen aber ein wertvoller Beitrag. Tofu, Edamame, Sojamilch oder Sojaquark lassen sich gut in den Speiseplan integrieren und liefern gleichzeitig hochwertiges pflanzliches Protein.
Wenn Sie alle fünf Bausteine miteinander kombinieren, können Sie Ihr LDL-Cholesterin um 17 bis 35 Prozent senken. Das haben große klinische Studien bestätigt. Dieses Prinzip ist als Portfolio-Diät bekannt und wurde inzwischen in die Leitlinien der großen kardiologischen Fachgesellschaften aufgenommen.
Was Sie besser reduzieren oder meiden sollten
Es geht nicht um Verbote. Es geht darum, die größten LDL-Treiber zu kennen und bewusst damit umzugehen.
Verarbeitetes Fleisch wie Wurst, Salami und Schinkenspeck gehört zu den stärksten Risikofaktoren. Bereits zwei Scheiben Aufschnitt täglich erhöhen das Risiko für koronare Herzkrankheit um 42 Prozent. Das zeigt eine Studie mit über 1,2 Millionen Teilnehmern. Die besseren Alternativen sind Hülsenfrüchte, Fisch oder Geflügel.
Butter und Schmalz liefern enorme Mengen gesättigter Fettsäuren. Ein einziger Esslöffel Butter enthält über 7 Gramm davon. Die American Heart Association empfiehlt für Risikopatienten weniger als 13 Gramm gesättigte Fette pro Tag insgesamt. Mit zwei Esslöffeln Butter zum Frühstück haben Sie dieses Budget bereits überschritten. Joghurt und Käse in normalen Mengen sind hingegen unproblematisch.
Kokosöl hat leider nicht den gesunden Ruf verdient, der ihm vorauseilt. Es besteht zu über 80 Prozent aus gesättigten Fetten, also mehr als Butter. Studien zeigen, dass es das LDL im Vergleich zu Olivenöl deutlich erhöht. Die American Heart Association rät ausdrücklich davon ab, Kokosöl als herzgesundes Öl zu verwenden.
Versteckte Fette in Fertigprodukten sind ein oft übersehenes Problem. Palmöl steckt in überraschend vielen Produkten, von Fertigpizza über Kekse und Schokoriegel bis hin zu Margarine und Aufbackbrötchen. Es enthält 40 bis 50 Prozent gesättigte Fettsäuren und erhöht das LDL nachweislich. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich immer. Als Faustregel gilt, dass kürzere Zutatenlisten meistens für ein besseres Produkt sprechen.
Zuckerhaltige Getränke treiben die Triglyceride hoch und verschlechtern das gesamte Blutfettprofil. Mehr als ein Glas pro Tag erhöht das Risiko für ein ungünstiges Lipidprofil erheblich. Wasser, ungesüßter Tee und Kaffee sind die deutlich bessere Wahl.
Gute Fette, schlechte Fette – einfach erklärt
Nicht die Fettmenge ist entscheidend, sondern die Art des Fettes. Hier die wichtigsten Unterschiede.
Von den guten Fetten dürfen Sie reichlich essen. Einfach ungesättigte Fettsäuren finden Sie in Olivenöl, Rapsöl, Avocado und Mandeln. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren stecken in Walnüssen, Leinsamen und Sonnenblumenöl. Und besonders wertvolle Omega-3-Fettsäuren liefern fetter Fisch wie Lachs, Makrele, Hering und Sardinen sowie Leinsamen und Walnüsse. All diese Fette senken das LDL, schützen die Gefäße und wirken entzündungshemmend.
Die schlechten Fette sollten Sie dagegen reduzieren. Gesättigte Fettsäuren kommen vor allem in Butter, Schmalz, Kokosöl, Palmöl und fettem Fleisch vor. Sie erhöhen das LDL, weil sie die Leber daran hindern, überschüssiges Cholesterin aus dem Blut aufzunehmen. Noch schädlicher sind Trans-Fettsäuren. Sie erhöhen nicht nur das LDL, sondern senken gleichzeitig das schützende HDL. Auf Zutatenlisten erkennen Sie sie an Begriffen wie „gehärtete Fette“ oder „teilweise gehärtete Fette“.
Die wichtigste Regel ist einfach. Ersetzen Sie schlechte Fette durch gute. Das allein ist der wirkungsvollste Einzelschritt, den Sie für Ihren Cholesterinspiegel machen können.
Die mediterrane Ernährung – das am besten erforschte Konzept
Wenn es eine Ernährungsform gibt, die wissenschaftlich am besten belegt ist, dann ist es die mediterrane Ernährung. Sie ist keine Diät im klassischen Sinne. Kein Kalorienzählen, kein Verzicht, kein Hunger. Es ist eine Art zu essen, die seit Jahrhunderten am Mittelmeer praktiziert wird und die in großen Studien immer wieder bestätigt wurde.
Die berühmteste dieser Studien ist die PREDIMED-Studie mit über 7.400 Teilnehmern. Das Ergebnis war so eindeutig, dass die Studie vorzeitig abgebrochen wurde, weil man den Vorteil der Kontrollgruppe nicht vorenthalten wollte. Wer sich mediterran ernährte, hatte 30 Prozent weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle. Zusätzlich sanken die Diabetes-Neuerkrankungen um bis zu 40 Prozent.
Im Alltag sieht mediterrane Ernährung so aus. Die Basis bilden Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Olivenöl, Hülsenfrüchte, Nüsse und frische Kräuter. Davon essen Sie täglich und reichlich. Fisch und Meeresfrüchte stehen ein- bis zweimal wöchentlich auf dem Speiseplan. Geflügel, Eier, Joghurt und Käse kommen in moderaten Mengen dazu. Rotes Fleisch, Wurst, Süßigkeiten und Butter sind die Ausnahme, nicht die Regel.
Das Schöne daran ist, dass es kein Verzichtsprogramm ist. Es ist eine genussvolle, abwechslungsreiche Küche mit frischen Zutaten. Und sie schmeckt. Fragen Sie alle, die einmal am Mittelmeer gegessen haben.
Ein Wort zu Eiern
Viele unserer Patientinnen und Patienten fragen, ob sie noch Eier essen dürfen. Die Antwort ist für die meisten Menschen ein klares Ja. Aktuelle Forschung zeigt, dass nicht das Cholesterin im Ei den LDL-Spiegel in die Höhe treibt, sondern die gesättigten Fette in der übrigen Ernährung. Ein bis zwei Eier pro Tag sind für die meisten Menschen unbedenklich, vorausgesetzt die restliche Ernährung stimmt.
Das gekochte Ei zum Frühstück ist also kein Problem. Aber die Butter auf dem Brötchen daneben sollten Sie überdenken.
Zehn Schritte, die funktionieren
Sie müssen nicht alles auf einmal ändern. Fangen Sie mit einem oder zwei Schritten an, die Ihnen leichtfallen. Wenn die zur Gewohnheit geworden sind, kommt der nächste dazu.
1. Ersetzen Sie Butter durch Olivenöl oder Rapsöl. Das ist der größte Einzelhebel. Nehmen Sie zum Braten raffiniertes Olivenöl und für Salate kaltgepresstes. Allein dieser Schritt kann das LDL um 8 bis 15 Prozent senken.
2. Essen Sie jeden Morgen eine Portion Haferflocken. Ob als Porridge, im Müsli oder im Smoothie. 40 bis 60 Gramm reichen für eine LDL-Senkung von 5 bis 7 Prozent.
3. Greifen Sie täglich zu einer Handvoll Nüsse. Walnüsse, Mandeln oder Pistazien eignen sich wunderbar. Ungesalzen, als Snack, im Salat oder zum Frühstück.
4. Reduzieren Sie Wurst und Aufschnitt deutlich. Probieren Sie stattdessen Hummus, Käse, Avocado oder Fisch aufs Brot. Sie werden überrascht sein, wie gut das schmeckt.
5. Bauen Sie drei- bis viermal pro Woche Hülsenfrüchte ein. Linsensuppe, Kichererbsen-Salat oder Bohneneintopf sind lecker, machen satt und tun Ihrem Cholesterinspiegel gut.
6. Essen Sie zweimal pro Woche fetten Fisch. Lachs, Makrele, Hering oder Sardinen liefern wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die Triglyceride senken und entzündungshemmend wirken.
7. Lesen Sie Zutatenlisten. Palmöl, gehärtete Fette und versteckter Zucker treiben das Lipidprofil unbemerkt in die Höhe. Je kürzer die Zutatenliste, desto besser ist in der Regel das Produkt.
8. Essen Sie fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag. Das klingt nach viel, ist es aber gar nicht. Ein Apfel, eine Tomate, eine Paprika, etwas Salat, eine Banane. Schon haben Sie es geschafft.
9. Streichen Sie süße Getränke. Wasser, ungesüßter Tee und Kaffee sind die bessere Wahl. Ihr Blutfettprofil wird es Ihnen danken.
10. Vergessen Sie den Perfektionismus. Es geht um das Gesamtmuster, nicht um einzelne Ausnahmen. Ein Stück Kuchen am Sonntag macht Ihre gesunde Ernährung nicht zunichte. Genießen Sie es ohne schlechtes Gewissen.
Sie haben es in der Hand
Das ist vielleicht die wichtigste Botschaft dieses Artikels. Ihre Gesundheit liegt zu einem erstaunlich großen Teil in Ihren eigenen Händen.
Niemand erwartet, dass Sie ab morgen perfekt essen. Es geht um eine Richtung, nicht um Perfektion. Jede Portion Haferflocken, jede Handvoll Nüsse, jeder Esslöffel Olivenöl ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Und diese kleinen Schritte summieren sich. Über Wochen, Monate und Jahre.
Die Forschung ist eindeutig. Menschen, die sich gut ernähren, leben nicht nur etwas länger. Sie leben vor allem länger gesund. Weniger Jahre mit Herzschwäche. Weniger Jahre mit Diabetes. Weniger Jahre, in denen man auf Hilfe angewiesen ist. Dafür mehr Jahre, in denen man das Leben genießt.
Das ist kein Marketing und das sind keine Versprechungen. Das ist das, was hunderttausende Studienteilnehmer über Jahrzehnte gezeigt haben.
Haben Sie Fragen zu Ihren Cholesterinwerten oder zur Ernährungsumstellung? Sprechen Sie uns gerne bei Ihrem nächsten Termin in unserer Hausarztpraxis in Buchholz in der Nordheide an. Dr. Jungmann und das Praxisteam beraten Sie individuell und begleiten Sie auf dem Weg zu besseren Werten.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich meinen Cholesterinspiegel wirklich ohne Medikamente senken?
Ja. Studien zeigen, dass eine gezielte Ernährungsumstellung das LDL-Cholesterin um 17 bis 35 Prozent senken kann. Das entspricht der Wirkung eines niedrig dosierten Statins. Die größten Effekte erzielen Sie, wenn Sie lösliche Ballaststoffe, Nüsse, Hülsenfrüchte, gute Öle und Sojaprodukte miteinander kombinieren. Alle großen kardiologischen Fachgesellschaften empfehlen, vor einer medikamentösen Therapie immer zuerst die Ernährung zu optimieren.
Wie schnell sinkt mein Cholesterin nach einer Ernährungsumstellung?
Erste messbare Verbesserungen zeigen sich in der Regel nach vier bis sechs Wochen. Der volle Effekt einer Ernährungsumstellung ist meist nach etwa drei Monaten erreicht. Sprechen Sie mit Dr. Jungmann in unserer Hausarztpraxis in Buchholz über den besten Zeitpunkt für eine Kontrollblutabnahme.
Darf ich noch Eier essen, wenn mein Cholesterin erhöht ist?
Für die meisten Menschen sind ein bis zwei Eier pro Tag unbedenklich. Aktuelle Forschung zeigt, dass nicht das Cholesterin im Ei den LDL-Spiegel am stärksten beeinflusst, sondern gesättigte Fette in der restlichen Ernährung. Etwa 15 bis 25 Prozent der Menschen reagieren allerdings genetisch bedingt stärker auf Nahrungscholesterin. Wenn Sie unsicher sind, besprechen Sie das gerne mit uns.
Was genau ist die mediterrane Ernährung?
Die mediterrane Ernährung ist ein Ernährungsmuster, das auf Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Olivenöl, Hülsenfrüchte und Nüsse setzt. Fisch kommt ein- bis zweimal pro Woche dazu, rotes Fleisch und Süßigkeiten sind selten. Die PREDIMED-Studie mit über 7.400 Teilnehmern zeigte eine 30-prozentige Reduktion von Herzinfarkten und Schlaganfällen. Es ist das wissenschaftlich am besten belegte Ernährungskonzept für die Herzgesundheit.
Welche Fette sind gut und welche schlecht für meinen Cholesterinspiegel?
Gut sind einfach ungesättigte Fettsäuren aus Olivenöl, Rapsöl und Avocado sowie mehrfach ungesättigte Fettsäuren aus Walnüssen, Leinsamen und fettem Fisch. Schlecht sind gesättigte Fettsäuren aus Butter, Schmalz, Kokosöl und fettem Fleisch. Am schädlichsten sind Trans-Fettsäuren, die Sie auf Zutatenlisten als „gehärtete Fette“ erkennen. Der einfachste und wirkungsvollste Schritt ist, Butter durch Olivenöl oder Rapsöl zu ersetzen.
Ist Kokosöl gesund?
Leider nicht. Kokosöl besteht zu über 80 Prozent aus gesättigten Fetten und erhöht das LDL-Cholesterin nachweislich stärker als Butter. Die American Heart Association rät ausdrücklich davon ab, Kokosöl als herzgesundes Öl zu verwenden. Greifen Sie stattdessen zu Olivenöl oder Rapsöl.
Welche Lebensmittel sollte ich bei hohem Cholesterin meiden?
Die größten LDL-Treiber sind verarbeitetes Fleisch wie Wurst und Salami, Butter und Schmalz, Kokosöl, Fertigprodukte mit Palmöl und zuckerhaltige Getränke. Sie müssen nicht alles komplett streichen. Aber eine deutliche Reduktion dieser Lebensmittel macht einen messbaren Unterschied für Ihre Werte.
Wie viele Nüsse sollte ich pro Tag essen?
Etwa 30 Gramm, das entspricht ungefähr einer Handvoll. Besonders geeignet sind Walnüsse, Mandeln und Pistazien in der ungesalzenen und ungerösteten Variante. Studien mit über 8.000 Teilnehmern zeigen, dass dieser Menge eine LDL-Senkung von 3 bis 7 Prozent erreichen kann.
Hilft eine Ernährungsumstellung auch im Alter gesünder zu bleiben?
Ja, und das ist einer der wichtigsten Aspekte überhaupt. Große Langzeitstudien zeigen, dass Menschen mit mediterraner Ernährung nicht nur etwas länger leben, sondern vor allem deutlich weniger Jahre mit chronischen Erkrankungen wie Herzschwäche, Diabetes und Demenz verbringen. Die sogenannte Gesundheitsspanne, also die Jahre in guter Gesundheit, verlängert sich spürbar.
An wen kann ich mich wenden, wenn ich Fragen zur Ernährungsumstellung habe?
Sprechen Sie uns gerne bei Ihrem nächsten Termin in unserer Hausarztpraxis in Buchholz in der Nordheide an. Dr. Jungmann und das Praxisteam beraten Sie individuell zu Ihren Cholesterinwerten und begleiten Sie Schritt für Schritt bei der Ernährungsumstellung.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht das individuelle ärztliche Gespräch. Bei bestehenden Erkrankungen, Medikamenteneinnahme oder Unsicherheiten wenden Sie sich bitte direkt an unsere Praxis.
Quellen: ESC/EAS-Leitlinien 2019/2025, AHA Dietary Guidance 2021, ACC/AHA Dyslipidämie-Leitlinie 2026, PREDIMED-Studie (NEJM 2018), Lyon Diet Heart Study, DGE-Empfehlungen. Vollständige Quellenangaben auf Anfrage in der Praxis erhältlich.
